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Augustinus

Augustinus von Hippo wurde am 13. November 354 in Tagaste in Numidien geboren. Er war einer der bedeutendsten christlichen Theologen und Philosophen der Antike, dessen Wirken das Denken des Abendlandes wesentlich geprägt hat. In seiner Jugend studierte er Rhetorik. Begeistert von Ciceros "Hortensius" wandte er sich der Philosophie zu. Er folgte zuerst dem Manichäismus, dann der Skepsis und schließlich dem Neuplatonismus. 383 ging Augustin nach Rom, 384 dann als Lehrer für Rhetorik nach Mailand. 387 erfolgte dann die Bekehrung zum Christentum.

Er legte daraufhin sein Lehr-Amt zurück, verzeichtete auf die Ehe und führte fortan in nahezu monastischer Rückgezogenheit ein Leben auf einem Landgut in Cassiciacum. In der Osternacht ließ sich Augustin dann gemeinsam mit seinem Sohn Adeodatus und seinem Freund Alypius von Ambrosius taufen. 389 - nach dem Tod der Mutter - kehrt er nach Nordafrika zurück. 390 oder 91 wird er von Bischof Valerius zum Priester geweiht. Um 397 wurde Augustin Bischof von Hippo. Dort starb er 430 auch während der Belagerung durch die Vandalen.



Augustins Philosophie enthält von Platon übernommene, jedoch im christlichen Sinn modifizierte Elemente. Politisch sieht Augustinus den Staat mit seiner Ordnung als notwendig an, und vertritt eine Trennung von Staat und Kirche. Er führt zahlreiche kirchenpolitisch-dogmatische Auseinandersetzungen mit dem Manichäismus, Donatismus und Pelagianismus.

In seinen "Confessiones" jedoch zeigt sich, dass sein Leben sehr stark von der Schau nach Innen geprägt ist, und er Gott als Licht in sich und innere Stimme erlebt. Das bekannteste Zitat ist dem Werk vorangestellt "Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir."

"Hierdurch gemahnt, zu mir selbst zurückzukehren, trat ich ein in mein Innerstes unter deiner Führung, und ich vermochte es, denn du standest mir helfend zur Seite. Ich trat ein und sah, so blöde auch das Auge meiner Seele noch war, ob diesem Auge meiner Seele, ob meinem Geiste das unwandelbare Licht, nicht dies gemeine und jedem Fleisch sichtbare, auch nicht, als wenn es größer wäre, jedoch von derselben Art und weit, weit heller noch erglänzend, alles mit seiner Größe erfüllt. Nein, nicht also, sondern anders, ganz anders und gewaltig von alledem unterschieden. (...) Du machtest die Blendung meiner geschwächten Sehkraft zunichte, da du mächtig über mir strahltest, und ich bebte vor Liebe und Schauer, und ich fand, daß ich weit entfernt sei von dir im Abstand meiner Unähnlichkeit; da war mir's, als hörte ich deine Stimme aus der Höhe, die spräche: Ich bin eine Speise der Starken; wachse und du wirst mich genießen. Nicht wirst du mich in dich wandeln, gleich der Speise deines Fleisches, du wirst gewandelt werden in mich. Und ich erkannte, wie du den Menschen züchtigst um der Sünde und wie du gleich einem zerstörten Spinngewebe meine Seele verschrumpfen ließest, und ich sprach: Ist denn die Wahrheit nichts, weil sie weder durch den endlichen noch durch den unendlichen Raum verbreitet ist? Und du riefst mir aus der Ferne: ja, sie ist; ich bin, der ich bin. Da hörte ich, wie man hört im Herzen, und der Zweifel wich von mir gänzlich. Eher hätte ich daran gezweifelt, daß ich lebe als daß es Wahrheit gäbe, die man an der Schöpfung der Welt wahrnimmt." (7/10)





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