Bei dieser Übung handelt es sich um eine geführte Meditation.

Sie funktioniert am besten, wenn du gerade einen frischen Streit oder eine unangenehme Situation mit einem Menschen hattest.

Finde einen gemütlichen Ort wo du ungestört die nächsten 10 Minuten verbringen kannst.

Sei aufrichtig mit dir selbst – du machst diese Übung nur für Dich.

Wähle eine Person aus deinem Leben, die in dir ein starkes negatives Gefühl hervorgerufen hat, oder die du gar nicht leiden kannst.

Nun stell dir vor, du betrittst ein nobles Restaurant und wirst an einen Tisch geführt. Dort sitzt bereits dein Feind und lädt dich mit einem Wink ein, Platz zu nehmen. Du setzt dich ihm gegenüber, er sieht dir geradewegs in die Augen.

Denke an die stärkste Situation mit dieser Person. Finde nun das Gefühl, dass dir diese Person so unsympathisch macht. Du kannst es sogar etwas übertreiben um es ganz klar fühlen zu können.

ZB: „Ich bin böse auf dich weil du immer wie eine Dampfwalze über meine Gefühle fährst.“

Wenn du dir der Gefühle und des Gedankens dahinter klar bist, schau in dein eigenes Leben und überprüfe experimentell, ob du eine Situation finden kannst, in der du das selbe zu dir oder anderen getan hast.

ZB „Gestern bin ich über meine eigenen Gefühle gegangen, ohne auf mich zu hören.“ oder „Vorgestern habe ich auf meiner Meinung beharrt, ohne auf die Gefühle meines Partners zu achten.“

Beende die Übung, indem du dich bei deinem Gegenüber bedankst, und verlasse das Restaurant.

Hintergrund und Wirkung:

Durch diese Übung können wir auf drastische Weise herausfinden, dass unsere Feinde unsere besten Spiegel sind. Sie offenbaren das, was wir uns selbst und anderen antun, aber noch nicht sehen können. Auf die gleiche Weise enthält das, worüber wir uns ärgern oder kränken, auch einen Hinweis auf eine verborgene Stärke, die wir an uns noch nicht sehen oder zulassen.

Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen. (Jesus Christ, Mat 5:44)

Was Jesus hier meint ist nicht nur unseren Feinden zu vergeben, sondern uns letztlich in ihnen zu erkennen. Er bittet uns um radikale Vergebung, weil er uns erkennen machen will, dass wir in jedem Feind nur unser eigenes Spiegelbild bekämpfen.

Letztlich sind wir auch nicht die Gefühle unseren Feinden gegenüber. Was wir wirklich sind, kann alles umarmen. Alle Menschen und Erfahrungen in unserem Leben können als Weg gesehen werden, mehr über uns selbst zu erfahren.

(Download Meditation in englischer Sprache)

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