Mit dieser Anleitung zum Dämonen füttern können wir uns in 5 einfachen Schritten mit etwas auseinander setzen, das uns innerlich belastet. Wir personifizieren es, und geben dem Problem, was es braucht.

Dämonen füttern Anleitung
Statt wegzulaufen, stellen wir uns unserem Dämon

Die 5 Schritte:

Finde den Dämon. Spüre, mit welchem inneren Problem du arbeiten willst. Lokalisiere den inneren Dämon in deinem Körper. Fühle hinein, wie er sich anfühlt, welche Form er hat.

Frage ihn was er braucht. Gib ihm eine konkrete Form, vielleicht sogar Namen. Sieh ihn dir genau an, als ob er vor dir in einer Gesprächssituation stehen würde. Dann stell ihm 3 Fragen: „Was willst du von mir?“ „Was brauchst du von mir?“ und „Wie fühlst du dich, wenn du bekommst was du brauchst?“ Stell ihm die Fragen ruhig laut.

Werde der Dämon. Nun schlüpf in die Haut des Dämons. Wechsle deine Perspektive, fühle dich in das Wesen. Beantworte die Fragen nun der Reihe nach aus der Sicht des Dämons. „Was ich von dir will, ist …“ etc.

Den Dämon füttern. Wechsle wieder zurück zu dir. Werde ganz zum Beobachter. Visualisiere, wie sich dein Körper verflüssigt und in einen Nektar verwandelt, der genau jene Eigenschaften hat die den Dämon zufrieden stellen. Beobachte, wie dieser Nektar sich in unbegrenzter Form vermehrt. Der Dämon nimmt ihn zu sich, bis er ganz gesättigt ist.

Wenn du den richtigen Nektar gewählt hast, wird sich der Dämon möglicherweise in einen Verbündeten verwandeln. Sprich mit ihm darüber, wie er dir helfen will, und wechsle dabei wieder die Perspektive.

Im Gewahrsein ruhen. Nachdem wir die Wirkung der Unterstützung gespürt haben, lassen wir den Dämon in unseren Körper zurückkehren. Wir lösen das ganze Geschehen in Stille auf und verweilen darin so lange als möglich.

Hintergrund und Wirkung:

Das Dämonen Füttern geht zurück auf ein umfangreiches Tibetisch-Buddhistisches Ritual namens „Chöd“. Es wurde von der spirituellen Lehrerin Tsültrim Allione, die viele Jahre selbst als buddhistische Nonne gelebt hat, in einem Buch beschrieben und vereinfacht.

Ihr zufolge sind alle negativen Gefühle, wie Angst, Wut, Zorn, Sorgen, Zweifel und so weiter Dämonen. Auch Wünsche und Hoffnungen können zu Dämonen werden, wenn zu sehr an ihnen festhalten. Allione bezeichnet sie dann als „Abgötter“. Allesamt sind sie Projektionen unseres Geistes.

Normaler Weise reagieren wir auf Dinge die uns Angst machen mit Flucht, Angriff oder Verleugnung. Bei diesem Ritual stellen wir uns ganz bewusst dem Dämon und integrieren ihn dadurch.