entstammt einer Familie, die der Kshatriya-(„Krieger“) Kaste angehört. Er wurde am 23. November 1926 im südindischen Putthaparti als viertes von fünf Kindern geboren. Er erhielt den Namen Sathyanarayana Rayu. In seiner Kindheit fiel Sathyanarayana durch außergewöhnliche Frömmigkeit und Hilfsbereitschaft auf. Während seiner Schulzeit organisierte er Liedergruppen und Theateraufführungen über religiöse Themen, zum Beispiel über das Leben Krishnas, eine der bedeutendsten Figuren der hinduistischen Mythologie. Auch soll er Schulkameraden damit verblüfft haben, daß er wie aus dem Nichts Früchte und Geschenke materialisierte. Sai Baba versteht sich als Purna-Avatar, das heißt vollkommene Verkörperung des Formlos-Absoluten, des Göttlichen auf Erden. Ein Avatar („Herabgekommener“) wird in der indischen Philosophie als ein zum Wohl der Menschen, als Mensch inkarnierter Gott beschrieben, dessen Aufgabe darin bestehe, die göttliche Weltordnung, den Dharma, wiederherzustellen. Er gilt als allwissend, allmächtig und allgegenwärtig. Sai Baba stellt sich in den Zusammenhang eines „avatarischen Entwurfs“, einer Abfolge von drei Inkarnationen. Er selbst sei bereits eine Wiederverkörperung von Shirdi Sai Baba, der 1835 in Pathri geboren wurde und 1918 im westindischen Shirdi starb und von Hindus und Muslimen gleichermaßen als Heiliger verehrt wird. Nach anfänglicher Ablehnung seiner Behauptungen stieg die Zahl der Anhänger bald rasch an, und der ehemals kleine Versammlungsort wuchs in den vergangenen Jahren zu einem riesigen Komplex an, bestehend aus Schulen, einer Universität, einem Museum, einem Krankenhaus und Wohnanlagen für die Besucher. Jährlich strömen zehntausende von Gläubigen nach Prashanti Nilayam, wobei das entscheidende Ereignis für die Anhänger Sathya Sai Babas der tägliche Darshan ist. Sai Baba fühlt sich allen Weltreligionen verbunden und betont vor allem die Bedeutung von Einsicht, Liebe und Toleranz.

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