Als gesichert kann angesehen werden, dass Sokrates als Sohn des Bildhauers Sophronikos und der Hebamme Phainarete in Athen geboren wurde. Er war mit Xanthippe verheiratet. Die verbreitete Ansicht, sie sei ein durch und durch zänkisches Weib gewesen, wird durch die Quellen nicht belegt. Aus dieser Ehe stammten drei Söhne. Sokrates hatte von seinen Eltern ein kleines Vermögen geerbt, das ihm und seiner Familie ein bescheidenes aber unabhängiges Auskommen ermöglichte.

Er nahm als Soldat an den Kämpfen von Potidaia (431-429), Delion (424) und Amphipolis (422) teil. Seine Tapferkeit und sein Mut werden von Platon und Xenophon erwähnt.

Laut seinem Schüler Xenophon nahm Sokrates schon sehr früh die Stimme Gottes in sich wahr und empfahl seinen Schülern ganz im Geiste des Pythagoras „rechtes Denken und rechtes Tun“. Er lebte einfach und soll stets in Kontakt mit geistigen Wesen gestanden haben. Er strahlte Optimismus und realistische Lebensbejahung aus, konnte sich durch Versenkung in die Meditation aber auch jederzeit Antworten auf seine Fragen holen. Es sind Situationen überliefert, wo er mitten im Gespräch mit seinen Freunden innehielt, um der Stimme in seinem Inneren („dem Daimon“) zu lauschen. Auf einem Kriegszug blieb er plötzlich mitten auf dem Weg stehen und verharrte unbeweglich einen ganzen Tag und eine ganze Nacht – Dann dankte er dem Morgen und ging weiter, an den erstaunten Gefährten vorbei.

Die Gottesstimme im Herzen kann laut Sokrates von jedem Menschen, der ein unverdorbenes Gemüt und echte Frömmigkeit besitzt, gehört werden. Für ihn ist jeder Mensch ein Träger des göttlichen Funkens, und das Leben insgesamt von Gott geführt. „Einem guten Menschen kann weder im Leben noch im Tod Böses widerfahren“, pflegte er zu sagen – wissend darum, dass erst unser Urteil über die Lebensumstände Böses entstehen lässt. Sein einziges Gebet war: „Gib mir, was für meine Seele gut ist“.

Sokrates schrieb Zeit seines Lebens kein einziges Wort; auch bekleidete er kein Amt. Im Gegenteil trat er gegen jene auf, die nicht aus ihrer inneren Stimme heraus führten und zerpflückte durch ständiges Hinterfragen das vermeintliche Wissen seiner Gegenüber. Dies, sowie sein offen zur Schau getragener Unglauben an die griechischen Götter, und der Verdacht im Geiste des Pythagoras zu stehen, trugen ihm eine Anklage wegen Ketzerei ein.

Sokrates hätte sein Leben retten können, wenn er bereit gewesen wäre, die Anklage als berechtigt anzuerkennen oder Athen zu verlassen. Dies tat er jedoch nicht, da sein Daimonion ihm keinen Anlass dazu gab und er die Flucht als Tat politischen Unrechts gegenüber dem Rat der Athener Bürger betrachtet hätte. Sokrates hielt die Wahrheit für wichtiger als sein Leben. Die Verhandlung und der Tod Sokrates sind in Platons Schriften Apologie, Kriton und Phaidon beschrieben.

Auch über seinen Tod hinaus haben sich viele Zitate Sokrates gehalten: Die bekanntesten sind wohl „Erkenne dich selbst“ und „Der Mensch handelt schlecht, wenn er das Gute nicht weiß“. Das bekannteste seiner Zitate ist aber „ich weiß, dass ich nichts weiß“ (griech. oida ouk eido). Aus seiner „Schule“ gingen viele bekannte Personen hervor, die in die Geschichte eingingen. Hierzu zählen unter anderem Platon, Euklid, Antisthenes, Aristipp, Xenophon, Alkibiades und Kritias.

Sein letztes Wort zum Gericht war: „Die Schwierigkeit im Leben ist nicht, wie man den Tod vermeidet, sondern, wie man das Böse meidet, denn es läuft schneller als der Tod. Bei der Verkündung eures Urteils hat mir meine innere Stimme nicht gesagt, dass mir etwas übles widerfahren werde. Daraus geht hervor, dass jene, die den Tod für ein Unglück halten, sich im Irrtum befinden. Für den Weisen ist der Tod nur die Fortsetzung des Lebens – in Gemeinschaft mit den Seelen der zur Wirklichkeit erwachten“

Er stirbt gelassen, in einer Gefängniszelle im Kreise seiner Schüler, die er noch bis zuletzt lehrt und zum positiven Glauben ermahnt – in felsenfester Gewissheit, nach dem Tod „in die Gemeinschaft guter und weiser Götter zu kommen.“

Aus Wikipedia.org und K.O. Schmidt: „In Dir ist das Licht“

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